Schritt 2 von 8

FLOW · erst messen

Lay bare — den Ist-Zustand beziffern

L ist der Schritt, der aus Meinungen Vergleichbarkeit macht. Vorher gibt es Kandidaten, die alle irgendwie ärgerlich sind; nachher gibt es eine Reihenfolge, die sich verteidigen lässt.

Es wird bewusst grob gerechnet und ehrlich ausgewiesen. Eine Spanne von 38.000 bis 61.000 Euro trägt dieselbe Entscheidung wie ein Punktwert und muss später nicht verteidigt werden. Was sich nicht in Euro sagen lässt, wird in dieser Methode nicht angefasst — nicht weil es unwichtig wäre, sondern weil es sich in Y nicht nachmessen ließe.

Beantwortet die Frage
Was kostet jeder Kandidat heute pro Jahr?
Ergebnis des Schritts
Je Kandidat eine Jahreskosten-Spanne in Euro, gerechnet mit Vollkosten und nachvollziehbar auf einer Seite. Die Liste aus F ist damit sortierbar.

So wird der Schritt durchgeführt

  1. Den Prozess in Schritte zerlegen

    Sechs bis zwölf Schritte. Je Schritt: wer führt ihn aus, in welchem System, wie lange dauert er. Weniger als sechs verdeckt den Engpass, mehr als zwölf erzeugt Aufwand, den die Genauigkeit nicht rechtfertigt.

  2. Zeiten als Spanne erheben

    Nicht „zwanzig Minuten“, sondern „zehn bis fünfundvierzig Minuten“. Die Frage nach dem Mittelwert liefert den guten Tag; die Frage „wie lange dauert es schlimmstenfalls“ liefert den Rest der Verteilung. Beide Enden werden gebraucht.

  3. Mit Vollkosten rechnen, nicht mit Gehalt

    Bruttogehalt plus Arbeitgeberanteil, Arbeitsplatz, Systeme und nicht produktive Zeit. Wer mit dem reinen Stundenlohn rechnet, unterschätzt jeden Prozess deutlich — und zwar alle gleichmäßig, was den Fehler unsichtbar macht.

  4. Menge mal Zeit mal Satz, zweimal

    Vorgänge pro Jahr × Bearbeitungszeit × Vollkostensatz. Einmal mit den unteren, einmal mit den oberen Zeiten gerechnet. Das Ergebnis ist die Spanne, mit der weitergearbeitet wird.

  5. Liegezeit getrennt führen

    Bearbeitungszeit kostet Lohn, Liegezeit kostet Durchlaufzeit. Beides in eine Zahl zu werfen macht sie größer und unbrauchbar: Wer wartet, arbeitet in der Regel an etwas anderem. Liegezeit gehört in eine eigene Zeile, mit ihren eigenen Folgen — gebundenes Kapital, späte Rechnungen, abgesprungene Kunden.

Fertig, wenn

  • Jeder Kandidat trägt eine Spanne, keinen Punktwert.
  • Der Vollkostensatz ist dokumentiert und für alle Kandidaten derselbe.
  • Der Rechenweg passt auf eine Seite: Menge, Zeit, Satz, Ergebnis.
  • Die Reihenfolge der Liste hat sich gegenüber F geändert. Wenn nicht, war entweder die Erhebung zu grob oder das Feld aus F zu klein.

Der typische Fehler

Scheingenauigkeit

„Dieser Prozess kostet 47.312 Euro“ ist keine Messung, sondern eine Multiplikation mit vier Stellen Selbstbewusstsein. Der Wert hängt an Schätzungen, die um den Faktor zwei streuen; die letzten drei Ziffern sind erfunden. Der Schaden entsteht später: Ein Punktwert wird in der Nachmessung punktgenau widerlegt, eine Spanne nicht. Wer eine exakte Zahl nennt, verliert die Diskussion über die Methode, noch bevor sie über den Prozess geht.

Werkzeug

Was sich selbst rechnen lässt

Der Prozesskosten-Rechner führt genau diese Rechnung: Menge, Zeit, Vollkostensatz, Spanne. Der Reifegrad-Rechner ergänzt sie um die Frage, wie standardisiert der Prozess überhaupt ist — ein Ablauf mit vielen Ausnahmen kostet mehr, als seine Schrittfolge vermuten lässt.

FlowVisual

FlowVisual ist das Instrument, mit dem diese Methode dort weiterarbeitet, wo ein Fragebogen aufhört: Prozess zeichnen, hundertfach laufen lassen, ablesen, welcher Schritt blockiert. Es ist ein eigenes Produkt auf einer eigenen Domain — Flowrefy hat die Methode, FlowVisual das Instrument.

FLOWREFYmessenverfeinernFFindLLay bareOObserveWWeighRReduceEEnableFFitYYield
ABB. 01Acht Schritte im Uhrzeigersinn. Die rechte Hälfte misst, die linke verfeinert; nach Y beginnt der Zyklus wieder bei F. Hervorgehoben: Lay bare.
FAQ

Häufige Fragen

Bruttojahresgehalt plus Arbeitgeberanteil, geteilt durch die tatsächlich verfügbaren Arbeitsstunden — also nicht durch 2.080, sondern abzüglich Urlaub, Krankheit und nicht produktiver Zeit —, dazu Arbeitsplatz- und Systemkosten. Entscheidend ist weniger die genaue Zahl als die Gleichbehandlung: derselbe Satz für alle Kandidaten, sonst vergleicht die Sortierung Annahmen statt Prozesse.

Nicht als Lohnkosten. Wer auf eine Freigabe wartet, arbeitet währenddessen an etwas anderem. Liegezeit kostet an anderer Stelle und gehört deshalb in eine eigene Zeile: gebundenes Kapital, verspätete Rechnungsstellung, Kunden, die in der Zwischenzeit woanders kaufen. Diese Posten werden mitgeführt, aber nicht in die Lohnkosten gerechnet.

Weil ein Erwartungswert die Streuung verschweigt, die in O über den Engpass entscheidet. Zwei Prozesse mit identischen mittleren Kosten verhalten sich völlig verschieden, wenn der eine zwischen zehn und fünfzehn Minuten schwankt und der andere zwischen fünf und sechzig. Die Spanne ist nicht Unschärfe, sie ist die Information.

Wenn Sie wissen wollen, was Ihr Prozess kostet: messen Sie ihn.

Beginnen Sie mit der kostenlosen Diagnose oder laden Sie FlowVisual. Wenn Sie danach mit jemandem sprechen wollen, sind wir erreichbar.

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