Analysen: was der Engpass kostet
Ein Ablauf wird modelliert, zehntausendfach simuliert und in Euro umgerechnet. Danach steht da, was der Engpass pro Jahr kostet, was ein Eingriff bringen würde — und in welchen Fällen er sich nicht lohnt.
Alle hier veröffentlichten Analysen sind Musteranalysen: Prozesse und Zahlen sind aus typischen Mittelstandsstrukturen konstruiert, nicht bei Kunden erhoben. Das steht auf jeder einzelnen. Wir zeigen die Methode, keinen erfundenen Track Record.
- AN-2026-08September 2026MusteranalyseVerpackungsdruckereiAuftragsabwicklung
Die Vertriebsleitung, die in zwei Kästen steht
Eine Verpackungsdruckerei misst den Weg von der Bestellung bis zur Auftragsbestätigung. Der Engpass ist die Bonitätsprüfung. Der zweite Befund ist eine Rolle, die sich zwei Schritte teilen, und er wird erst zur Maßnahme, wenn der erste erledigt ist.
BefundFreigabe und Klärfall sind zwei Kästen im Ablauf und dieselbe Person. Getrennt gemessen stehen dort 57 % und 20 % Auslastung, zusammen 77 % und montags über 100 %. Der Befund stimmt, und die Aufteilung dieser Rolle wäre trotzdem die falsche erste Maßnahme: Solange die Bonitätsprüfung davorsitzt, brächte sie 0,05 Arbeitstage.
Analyse lesen- Engpass
- 78 %Bonitäts- & Kreditprüfung
- Kosten/Jahr
- 48.000 €
- Durchlaufzeit
- -50 %
- Ersparnis/Jahr
- 37.000 €
- Eingriff rechnet sich
- AN-2026-07August 2026MusteranalyseIngenieurbüroUrlaubsantrag
Der lauteste Prozess im Haus ist nicht der teuerste
Ein Ingenieurbüro will den Urlaubsantrag digitalisieren. Die Messung gibt der Kritik recht und der Investition trotzdem nicht. Der Prozess ist langsam, aber billig.
BefundDer Self-Service würde wirken. Die Durchlaufzeit fiele um 73 %. Er würde sich trotzdem nicht rechnen: 310 Anträge im Jahr à 18 Minuten tragen keine 11.500 € Einführung plus 2.600 € Lizenz.
Analyse lesen- Engpass
- 61 %Genehmigung Teamleitung
- Kosten/Jahr
- 4.000 €
- Durchlaufzeit
- -73 %
- Ersparnis/Jahr
- 1.500 €
- Eingriff rechnet sich nicht
- AN-2026-06August 2026MusteranalyseKunststoffverarbeiterBestellfreigabe
Die Wertgrenze von 500 Euro, die niemand mehr angefasst hat
Ein Kunststoffverarbeiter lässt jede Bestellung über 500 € von der Geschäftsführung zeichnen. Die Grenze ist alt, die Preise sind es nicht. Vier von fünf Bestellungen laufen durch ein Tor, das zweimal in der Woche aufgeht.
BefundDie Geschäftsführung zeichnet 79 % aller Bestellungen. Nicht aus Misstrauen, sondern weil eine Wertgrenze aus einer anderen Preisära stammt. Sie ist damit in 78 % der Läufe der Engpass, bei 3 bis 12 Minuten Arbeit je Unterschrift.
Analyse lesen- Engpass
- 78 %Freigabe Geschäftsführung
- Kosten/Jahr
- 49.000 €
- Durchlaufzeit
- -66 %
- Ersparnis/Jahr
- 40.000 €
- Eingriff rechnet sich
- AN-2026-05Juli 2026MusteranalyseIndustrieunternehmen mit eigener ITIT-Störungsbearbeitung
Das Ticket, das im zweiten Level auf ein Kennwort wartet
Ein Industrieunternehmen misst seinen Servicedesk. Der Median liegt bei zwei Stunden, jedes vierte Ticket braucht länger als einen Tag. Der Grund ist eine Berechtigung, kein Fachwissen.
BefundDer zweite Level sieht nur 41 % der Tickets und ist in fast neun von zehn davon der bindende Schritt, bei 93 % Auslastung. Rund 1.800 dieser Eskalationen im Jahr scheitern nicht am Können des ersten Levels, sondern an dessen Rechten.
Analyse lesen- Engpass
- 41 %Erstqualifizierung
- Kosten/Jahr
- 29.000 €
- Durchlaufzeit
- -54 %
- Ersparnis/Jahr
- 26.000 €
- Eingriff rechnet sich
- AN-2026-04Juni 2026MusteranalyseLogistikdienstleisterOnboarding neuer Mitarbeitender
Der Eintritt, an dem der Schreibtisch leer bleibt
Ein Logistikdienstleister bereitet Eintritte in vier parallelen Zweigen vor. Fast jeder dritte Neuzugang ist am ersten Tag nicht arbeitsfähig. Nicht weil eine Rolle überlastet wäre, sondern weil ein Tor auf den letzten Zweig wartet.
BefundKein Schritt kostet mehr als eine halbe Stunde Arbeit, und bis zur Einsatzbereitschaft vergehen trotzdem knapp 15 Arbeitstage. Vier Zweige laufen nebeneinander, fertig ist erst, wer alle vier hinter sich hat. Es zählt immer der langsamste.
Analyse lesen- Engpass
- 75 %Ausrüstung beschaffen
- Kosten/Jahr
- 35.000 €
- Durchlaufzeit
- -25 %
- Ersparnis/Jahr
- 28.000 €
- Eingriff rechnet sich
- AN-2026-03Mai 2026MusteranalyseTechnischer GroßhandelReklamationsbearbeitung
Die Analyse, nach der wir zum Nichtstun geraten hätten
Ein Händler wollte die Reklamationsbearbeitung automatisieren. Die Messung zeigt: Das Geld wäre verbrannt. Der Engpass liegt außerhalb des Unternehmens.
BefundDer Engpass sitzt beim Lieferanten, also außerhalb des Hauses. Eine Automatisierung für 18.000 € würde daran nichts ändern. Sie würde den Engpass sogar verschärfen.
Analyse lesen- Engpass
- 74 %Klärung mit Lieferant
- Kosten/Jahr
- 61.000 €
- Durchlaufzeit
- -7 %
- Ersparnis/Jahr
- 4.000 €
- Eingriff rechnet sich nicht
- AN-2026-02April 2026MusteranalyseBauunternehmenRechnungsfreigabe
Die Rechnung, die im Auto der Bauleitung liegt
Ein Bauunternehmen verliert Skonto. Nicht weil das Geld fehlt, sondern weil die Freigabe auf Papier durch die Republik fährt.
BefundDer Engpass ist die Freigabe auf Papier, obwohl die Bauleitung nur zu 31 % ausgelastet ist. Es fehlt keine Kapazität, es fehlt ein digitaler Weg.
Analyse lesen- Engpass
- 71 %Freigabe Bauleitung
- Kosten/Jahr
- 29.000 €
- Durchlaufzeit
- -67 %
- Ersparnis/Jahr
- 21.000 €
- Eingriff rechnet sich
- AN-2026-01März 2026MusteranalyseMaschinenbau-ZuliefererAngebotserstellung
Der Angebotsprozess, der in der Konstruktion liegen bleibt
Ein Zulieferer verliert im Angebotsprozess vier Tage. Nicht an der Kalkulation, sondern an Rückfragen, die eine unvollständige Anfrage erzwingt.
BefundNicht die Kalkulation bremst, sondern die Rückfragen der Konstruktion. Ein Pflichtfeld-Formular am Eingang würde die Hälfte der Wartezeit sparen. Ohne neue Software.
Analyse lesen- Engpass
- 62 %Technische Klärung
- Kosten/Jahr
- 41.000 €
- Durchlaufzeit
- -48 %
- Ersparnis/Jahr
- 26.000 €
- Eingriff rechnet sich
Aufbau
Wie eine Analyse gebaut ist
Jede Analyse folgt derselben Reihenfolge. Sie ist der Grund, warum am Ende eine Zahl steht, die sich anzweifeln lässt — und der Grund, warum der letzte Abschnitt nie fehlt.
- 01
Modell
Der Ablauf wird in Schritte zerlegt: wer macht was, in welchem System, wie lange. Bearbeitungszeiten stehen als Spanne von P10 bis P90, nie als Punktwert.
- 02
Messung
Das Modell läuft mehrere zehntausend Mal durch. Aus der Streuung ergeben sich Durchlaufzeit, Durchsatz und Auslastung je Rolle — und die Wahrscheinlichkeit, mit der ein bestimmter Schritt der Engpass ist.
- 03
Befund
Ein Satz, der ohne Fachwort auskommt. Wer nur diesen Satz liest, hat das Wesentliche. Alles darunter ist Beleg.
- 04
Eingriff
Was genau geändert wird — eine Änderung, kein Programm. Beschrieben so, dass jemand sie am Montag umsetzen könnte.
- 05
Nachmessung
Dasselbe Modell mit der Änderung. Manchmal fällt die Ersparnis kleiner aus als der Aufwand; dann steht genau das da.
- 06
Grenzen
Was die Analyse nicht zeigt und wo sie danebenliegen kann. Ohne diesen Abschnitt wird nichts veröffentlicht.
Warum Musteranalysen
Flowrefy ist jung. Eine Sammlung echter Kundenzahlen wäre schnell behauptet und ebenso schnell durchschaut. Musteranalysen sind konstruiert, sagen das an jeder Stelle und zeigen trotzdem vollständig, was das Instrument tut. Wer wissen will, was bei ihm herauskäme, modelliert seinen eigenen Prozess — die Software dafür liegt offen.