Bevor irgendeine Methode greift, muss der Prozess eine Grenze haben.
Wo fängt er an, wo hört er auf, und wer ist der Kunde des Ergebnisses? Diese drei Fragen klingen banal und sind der häufigste Grund für folgenlose Projekte. Ein zu eng geschnittener Prozess führt dazu, dass man den Engpass gar nicht im Bild hat.
Ein zu weit geschnittener führt dazu, dass nie eine Entscheidung fällt, weil zu viele Beteiligte mitreden. Als Faustregel taugt der Auslöser: Alles, was zwischen dem auslösenden Ereignis und dem verwertbaren Ergebnis passiert, gehört dazu — auch dann, wenn es in einer anderen Abteilung passiert, und gerade dann. Wer den Angebotsprozess bei der Kalkulation beginnen lässt, übersieht die Tage, die die Anfrage vorher im Postkorb lag.
Zum Zuschnitt gehört auch die Entscheidung, welche Varianten mitgezählt werden. Kaum ein realer Ablauf hat nur einen Weg: Es gibt den Normalfall, den Eilfall und den Sonderfall, und der Sonderfall frisst oft die meiste Zeit. Wird er als Ausnahme aus der Betrachtung genommen, sieht der Prozess auf dem Papier gesund aus, während im Alltag jeder dritte Vorgang durch die Sonderschleife läuft.