Tools

n8n vs Make: Der ultimative Vergleich [Vor- & Nachteile]

Jonas Höttler24. Januar 20267 min
Kurz gesagt

Make ist für die meisten Betriebe die richtige Wahl: über 1.500 fertige Integrationen, ab 9 Euro im Monat, EU-Server, und ein Fachteam kommt ohne Entwickler damit zurecht. n8n gewinnt, wenn die Daten das Haus nicht verlassen dürfen oder das Volumen hoch ist. Selbst gehostet fallen außer den Serverkosten keine Lizenzgebühren an, dafür Wartung und ein technisch versierter Verantwortlicher. Der Unterschied, der die Rechnung kippt, steckt in der Zählweise: n8n zählt Workflow-Läufe, Make zählt Operationen. Ein Ablauf mit fünf Modulen ist bei n8n ein Lauf und bei Make fünf Operationen.

Gefräste Metallblöcke unterschiedlicher Form nebeneinander auf einer Skizze, nur einer passt
Inhaltsverzeichnis

Zwei typische Verläufe, und in beiden ist der Wechsel die richtige Entscheidung. Im ersten setzt ein Team sechs Monate auf n8n und geht zurück zu Make, weil sich niemand findet, der Betrieb und Updates dauerhaft übernimmt. Im zweiten startet ein Team mit Make und zieht nach vier Wochen auf ein selbst gehostetes n8n um, weil die laufenden Kosten bei hohem Vorgangsvolumen sonst schneller wachsen als der Nutzen.

Es gibt keinen Gewinner in diesem Vergleich. Es gibt nur zwei Fragen, die über alles andere entscheiden: Wer wartet das Ding in 12 Monaten? Und: Wie wertvoll ist Ihnen Datenhoheit? In diesem Artikel zerlegen wir n8n vs Make ehrlich, inklusive der zwei Fälle, in denen beide die falsche Antwort sind.

Kurzübersicht: n8n vs Make

Kriteriumn8nMake
PreisKostenlos (self-hosted)Ab 9€/Monat
Self-HostingJaNein
Integrationen~4001.500+
LernkurveMittel-HochMittel
DatenschutzExzellent (eigene Server)Gut (EU-Server)
Best fürTech-Teams, DatenschutzBusiness-Teams, Komplexität

Was ist n8n?

n8n ist ein Open-Source Workflow-Automatisierungstool, das du selbst hosten kannst. Der Name steht für "node to node" - Workflows bestehen aus verbundenen Nodes (Knotenpunkten).

Kernphilosophie: Maximale Kontrolle und Transparenz. Du besitzt deine Daten und deinen Code.

Gegründet: 2019 in Berlin Finanzierung: 12 Mio. USD (Sequoia, Firstmark) Lizenz: Fair-Code (nicht streng Open Source)

Was ist Make?

Make (bis 2022 als Integromat bekannt) ist ein cloud-basiertes Automatisierungstool. Es kombiniert visuelle Workflow-Erstellung mit fortgeschrittener Logik.

Kernphilosophie: Mächtige Automatisierung für alle zugänglich machen - ohne Coding.

Gegründet: 2012 in Prag (Tschechien) Eigentümer: Celonis (seit 2020) Standort: Europa (GDPR-konform)

Detailvergleich: Die wichtigsten Kriterien

1. Benutzeroberfläche

n8n:

  • Moderner, minimalistischer Canvas
  • Nodes per Drag & Drop verbinden
  • Code-Ansicht für technische User
  • Kann anfangs überladen wirken
  • Execution-Logs direkt im Editor

Make:

  • Visuell ansprechender, bunter Canvas
  • Intuitiverer Einstieg für Einsteiger
  • Klare Modulstruktur
  • Bessere Übersicht bei komplexen Szenarien
  • Scenario-Historie getrennt vom Editor

Gewinner: Make für Einsteiger, n8n für technische User


2. Integrationen & Apps

n8n:

  • ~400 native Integrationen
  • HTTP Request Node für beliebige APIs
  • Eigene Nodes programmierbar (JavaScript)
  • Community-Nodes erweiterbar
  • Wächst schnell durch Community

Make:

  • 1.500+ native Integrationen
  • HTTP Modul für Custom APIs
  • Keine eigenen Module erstellbar
  • Größte Bibliothek im Markt
  • Premium-Apps teilweise kostenpflichtig

Gewinner: Make (deutlich mehr native Apps)


3. Workflow-Logik & Komplexität

n8n:

  • If/Else Branching
  • Switch-Nodes für Multi-Path
  • Merge-Node für Parallelverarbeitung
  • Error-Handling per Node
  • Code-Execution (JavaScript)
  • Loops und Iterationen
  • Sub-Workflows

Make:

  • Router für Branching
  • Filter auf jeder Verbindung
  • Aggregatoren und Iteratoren
  • Error-Handler und Break/Resume
  • Datastore (interner Key-Value Store)
  • Scheduler (native Zeitplanung)
  • Webhooks mit sofortiger Response

Gewinner: Unentschieden - beide exzellent für komplexe Logik


4. Preisgestaltung

n8n:

  • Self-Hosted: Komplett kostenlos (nur Serverkosten)
  • Cloud Starter: 20€/Monat (2.500 Workflow-Runs)
  • Cloud Pro: 50€/Monat (10.000 Runs)
  • Enterprise: Auf Anfrage

Make:

  • Free: Kostenlos (1.000 Ops/Monat, 2 Szenarien)
  • Core: 9€/Monat (10.000 Ops)
  • Pro: 16€/Monat (10.000 Ops + Premium Features)
  • Teams: 29€/Monat/User
  • Enterprise: Auf Anfrage

Ops vs. Runs:

  • n8n zählt Workflow-Ausführungen
  • Make zählt einzelne Operationen (jedes Modul = 1 Op)
  • Ein Workflow mit 5 Modulen = 1 Run bei n8n, 5 Ops bei Make

Gewinner: n8n (Self-Hosted ist unschlagbar, Cloud vergleichbar)


5. Datenschutz & GDPR

n8n:

  • Self-Hosting: 100% Datenkontrolle
  • Daten verlassen nie deine Server
  • Ideal für sensible Daten
  • GDPR-Compliance durch dich steuerbar
  • Cloud: EU-Server verfügbar

Make:

  • EU-Server (Irland, Frankfurt)
  • GDPR-konform
  • ISO 27001 zertifiziert
  • SOC 2 Type II
  • Datenverarbeitung in der Cloud

Gewinner: n8n (Self-Hosting für maximale Kontrolle)


6. Performance & Zuverlässigkeit

n8n:

  • Performance abhängig von deiner Infrastruktur
  • Keine Uptime-Garantie bei Self-Hosting
  • Cloud: 99,9% Uptime SLA (Enterprise)
  • Effizient bei hohem Volumen

Make:

  • 99,9% Uptime (historisch gut)
  • Auto-Scaling durch Cloud
  • Real-Time Execution
  • Queuing bei hoher Last
  • Status-Page öffentlich

Gewinner: Make (garantierte Zuverlässigkeit)


7. Team-Features & Collaboration

n8n:

  • Credential-Sharing (Cloud/Enterprise)
  • Workflow-Ownership
  • Audit-Logs (Enterprise)
  • SSO (Enterprise)
  • Git-Integration möglich

Make:

  • Team-Workspaces
  • Rollen & Berechtigungen
  • Audit-Logs
  • Template-Sharing
  • SSO (Teams+)

Gewinner: Make (bessere Out-of-Box Features)

Wann n8n die bessere Wahl ist

n8n ist ideal, wenn:

  1. Datenschutz oberste Priorität hat

    • Self-Hosting = Daten bleiben bei dir
    • Keine Drittanbieter-Cloud
    • Für Branchen mit strengen Regularien (Gesundheit, Finanzen)
  2. Budget begrenzt ist

    • Self-Hosted ist komplett kostenlos
    • Serverkosten oft unter 10€/Monat (VPS)
    • Keine Limitierung der Workflows
  3. Technisches Team vorhanden ist

    • JavaScript-Kenntnisse sind hilfreich
    • Custom Nodes programmierbar
    • DevOps für Hosting/Maintenance
  4. Maximale Flexibilität gebraucht wird

    • Eigene Nodes für spezielle Use Cases
    • Volle Kontrolle über Infrastruktur
    • Open-Source Ethos wichtig

Wann Make die bessere Wahl ist

Make ist ideal, wenn:

  1. Viele App-Integrationen gebraucht werden

    • 1.500+ native Module
    • Weniger Custom-Coding nötig
    • Schnellere Implementierung
  2. Business-Teams automatisieren sollen

    • Intuitivere Oberfläche
    • Keine technischen Vorkenntnisse nötig
    • Bessere Templates zum Starten
  3. Garantierte Zuverlässigkeit wichtig ist

    • Managed Cloud-Service
    • Kein Hosting-Aufwand
    • Enterprise-SLAs verfügbar
  4. Schnelle Time-to-Value zählt

    • Schneller Setup (Minuten statt Stunden)
    • Keine Infrastruktur-Planung
    • Sofort einsatzbereit

Praktischer Vergleich: Gleicher Workflow in beiden Tools

Use Case: Wenn eine neue Bestellung in WooCommerce eingeht, erstelle einen Kontakt in HubSpot, sende eine Slack-Nachricht und speichere die Daten in Google Sheets.

In n8n:

  1. WooCommerce Trigger Node
  2. HubSpot Node (Create Contact)
  3. Slack Node (Send Message)
  4. Google Sheets Node (Append Row)
  5. Nodes verbinden, testen, aktivieren

In Make:

  1. WooCommerce Watch Orders Modul
  2. Router (für Parallelverarbeitung)
  3. HubSpot Create Contact Modul
  4. Slack Send Message Modul
  5. Google Sheets Add Row Modul
  6. Filter konfigurieren, testen, aktivieren

Ergebnis: Beide Tools lösen den Use Case problemlos. Make ist etwas schneller im Setup, n8n bietet mehr Kontrolle über die Ausführung.

Migration: Von Make zu n8n (oder umgekehrt)

Make → n8n

  1. Workflows dokumentieren
  2. Äquivalente Nodes in n8n finden
  3. Workflows manuell nachbauen
  4. Credentials neu einrichten
  5. Testen und aktivieren

Herausforderungen:

  • Einige Make-Module haben keine n8n-Entsprechung
  • HTTP Request Node als Fallback nutzen
  • Datastore-Logik neu implementieren

n8n → Make

  1. Workflows dokumentieren
  2. Module in Make zuordnen
  3. Szenarien neu erstellen
  4. Apps autorisieren
  5. Testen und aktivieren

Herausforderungen:

  • Custom Nodes können nicht migriert werden
  • Code-Nodes müssen umgeschrieben werden
  • Self-Hosting-Vorteile gehen verloren

Unsere Empfehlung

Für die meisten Unternehmen empfehlen wir Make:

  • Schnellerer Start
  • Mehr native Integrationen
  • Weniger technischer Overhead
  • Faire Preise im DACH-Raum

Für tech-affine Teams mit Datenschutz-Fokus empfehlen wir n8n:

  • Unschlagbar bei Self-Hosting
  • Maximale Kontrolle
  • Kosteneffizienter bei hohem Volumen
  • Aktive Open-Source Community

Fazit

n8n und Make sind beide exzellente Workflow-Automatisierungstools. Die Wahl hängt von deinen Prioritäten ab:

  • Datenschutz & Kontrolle → n8n
  • Benutzerfreundlichkeit & Speed → Make
  • Budget-Optimierung → n8n (Self-Hosted)
  • Maximale Integrationen → Make

Beide Tools bieten kostenlose Optionen - probiere sie aus und entscheide basierend auf deinen echten Workflows.

Du brauchst Unterstützung bei der Auswahl oder Implementierung? Wir helfen dir, das richtige Tool für deine Anforderungen zu finden - neutral und unabhängig.

Tool-Tipp: Unser kostenloser Automatisierungs-Check zeigt in wenigen Minuten, ob sich ein konkreter Prozess für Automatisierung eignet, inklusive ROI-Schätzung und Tool-Empfehlung.

Wenn Sie wissen wollen, was Ihr Prozess kostet: messen Sie ihn.

Beginnen Sie mit der kostenlosen Diagnose oder laden Sie FlowVisual. Wenn Sie danach mit jemandem sprechen wollen, sind wir erreichbar.