Die Methode in der Anwendung · FlowVisual 1.2

Vom Prozess im Kopf zur Zahl, die im Lenkungskreis standhält

Ein Durchgang von Anfang bis Ende: den Ablauf aufnehmen, fünf Größen schätzen, den Stresstest lesen, den Eingriff in Euro belegen. Kein BPMN, keine Statistik, keine Messreihe — ehrliche Spannen genügen.

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Erste Runde: 45 Minuten. Jede weitere: 15.

Dauer45 Min
VorwissenKeins
ErgebnisEntscheidungsvorlage
Version1.2
01Zweck

Wofür FlowVisual gebaut ist und wofür nicht

FlowVisual ist ein Entscheidungswerkzeug, kein Dokumentationswerkzeug. Es beantwortet eine einzige Frage: Wo klemmt der Prozess wirklich, und was wäre es wert, genau dort einzugreifen? Alles, was diese Frage nicht beantwortet, fehlt bewusst.

Dafür

  • Vor einer Investition prüfen, ob sich Software, Stelle oder Automatisierung an dieser Stelle überhaupt rechnet.
  • Den Engpass beziffern, statt ihn zu vermuten, inklusive der Frage, ob ein Mensch oder ein System die Grenze setzt.
  • Eine Entscheidungsvorlage bauen, die eine Rücksprache mit dem Controlling übersteht: Spannen, Annahmen, Vorher-Nachher.
  • Den Ablauf an einem starken Tag prüfen statt im Schnitt — und sehen, wohin der Engpass wandert, sobald der erste gelöst ist.

Nicht dafür

  • Prozesslandkarten für ein Audit oder ein QM-Handbuch. Dafür nehmen Sie BPMN und eine Suite, die Versionen verwaltet.
  • Den Prozess ausführen. FlowVisual rechnet, es startet keine Workflows und schreibt in kein System.
  • Process Mining. Es liest keine Logdateien aus Ihrem ERP. Sie geben Mengen und Zeiten selbst ein.
  • Scheingenauigkeit. Wer eine einzelne Zahl hinter dem Komma erwartet, bekommt hier eine Spanne und eine Wahrscheinlichkeit.
Geschrieben für
  • Geschäftsführung und Bereichsleitung im Mittelstand, die vor einer Investitionsentscheidung steht.
  • Prozessverantwortliche, die eine Vermutung haben und einen Beleg brauchen.
  • Beratung und interne Projektleitung, die ein Vorher-Nachher vorlegen muss.

Diese Seite führt die FLOWREFY-Methode an einem Prozess durch: welche Zahlen sie braucht, wie das Ergebnis zu lesen ist und woran es scheitert. Die Bedienung des Programms selbst, Tastenwege, Systemvoraussetzungen und Versionsstand, steht auf der Produktseite: Praxisanleitung auf flowvisual.app.

02Aufnahme

Wenn es noch keinen Prozess gibt

Der Normalfall im Mittelstand ist nicht der schlechte Prozess, sondern der ungeschriebene: Fünf Leute machen dieselbe Sache auf fünf Arten, und keine davon steht irgendwo. Bevor gerechnet werden kann, muss der Ablauf überhaupt erst auf ein Blatt. Genau dafür gibt es die Aufnahme.

Im Workshop zieht niemand Kästchen. Sie tippen, während geredet wird — eine Zeile je Schritt, Enter für den nächsten. Die Kette verdrahtet sich selbst:

Die Aufnahmezeile@Rolle · 20-40min · ?Bedingung · !Problem
  1. 01Anfrage kommt rein
  2. 02Angebot rechnen @Vertrieb 20-40min
  3. 03Freigabe @Chef 5min ?über 10k
  4. 04Nacharbeit @Vertrieb !fehlende Angaben
4 Schritte erfasst
  1. Anfrage kommt rein
    nicht gesagt
  2. Angebot rechnen20–40 min
    @Vertrieb
  3. ◇ Freigabe5 min
    @Chef?über 10k
  4. Nacharbeit
    @Vertrieb!fehlende Angaben
@
wer macht es
20-40min
Dauer, als Spanne
?
die Bedingung
!
was hier wehtut

Rolle, Dauer, Bedingung und Schmerzpunkt sind freiwillig. Eine nackte Zeile ist eine gültige Zeile. Was niemand gesagt hat, bleibt offen — und die App sagt das auch, statt eine Null zu erfinden.

Auch das bleibt Schätzung, und das ist der Punkt: Die Aufnahme ersetzt kein Process Mining und liest keine Logdateien. Sie sorgt dafür, dass am Ende eines Termins ein Ablauf existiert, den man rechnen kann — statt eines Fotos von einer Brown-Paper-Wand.

Drei Arten anzufangen
  1. Aus einer Vorlage

    Sechs fertige Beispielprozesse, jeder eine unserer Musteranalysen: Angebot, Rechnungsfreigabe, Reklamation, Onboarding, Servicedesk, Auftragsabwicklung. Öffnen, umbenennen, an die eigene Wirklichkeit anpassen.

  2. Auf leerer Leinwand

    Aufnahme öffnen und tippen, während jemand erzählt. Danach stehen Schritte, Rollen und Zeitspannen bereits im Modell — nicht in einem Notizblock, aus dem sie nie jemand abtippt.

  3. Aus Ihren Unterlagen

    Verfahrensanweisungen, Übergabeprotokolle, Handbücher: FlowVisual liest sie über Ihren eigenen KI-Endpunkt und schlägt Schritte und Zahlen vor. Jeder Vorschlag trägt ein wörtliches Zitat samt Datei, und nichts landet im Modell, bevor Sie die Zeile angenommen haben.

03Vorbereitung

Was Sie vorher brauchen

Fünf Größen, mehr nicht. Schätzungen genügen. FlowVisual rechnet ohnehin mit Spannen, nicht mit Punktwerten. Wer auf eine saubere Messreihe wartet, fängt nie an.

GrößeBeispielWoher
Menge pro Tag und Schwankung10 Anfragen/Tag, ±35 %CRM, Rechnungsprogramm oder die Person, die es täglich macht. Die Schwankung ist wichtiger, als sie aussieht: Sie erzeugt den starken Tag, an dem der Prozess bricht.
Bearbeitungszeit je Schritt10 bis 40 MinutenFragen Sie nach schnellstem und schlimmstem Fall, nicht nach dem Durchschnitt.
Liegezeit zwischen den Schritten0,5 bis 3 TageZeitstempel im Postfach oder Ticketsystem. Meist die größere Hälfte der Durchlaufzeit.
Kapazität je Rolle1,5 Personen, 6 Std/Tag am ProzessNetto rechnen: Urlaub, Meetings und Störungen abziehen.
Kostensatz je Rolle55 Euro pro Stunde, vollbelastetPersonalkosten inklusive Nebenkosten geteilt durch produktive Stunden.

Sie haben nicht alle fünf? Fangen Sie trotzdem an. Eine Spanne von 10 bis 60 Minuten ist ein ehrlicher Eingabewert und liefert ein brauchbares Ergebnis. Eine erfundene 7,5 nicht.

04Durchgang

Sieben Schritte zum Ergebnis

Die Reihenfolge ist nicht beliebig. Der Engpass entsteht erst in Schritt 6, im Stresstest. Wer ihn vorher festlegt und das Modell darauf zuschneidet, bekommt seine eigene Vermutung zurück, sauber formatiert, aber wertlos.

  1. 01Schritt 1 · Find

    Bereich und Prozess anlegen

    Legen Sie in der Seitenleiste den Bereich an (Vertrieb, Auftragsabwicklung, Service) und darin den einen Prozess, der Sie am meisten Geld kostet. Nicht drei. Einen.

    Was Sie tun
    1. 01Bereich anlegen, Prozess benennen, so wie er intern wirklich heißt.
    2. 02Start- und Endpunkt festlegen: Wo beginnt der Fall, wann ist er erledigt?
    3. 03Tagesvolumen und Schwankung eintragen — daraus entstehen später Ø-Tag und starker Tag.
    Was Sie sehen
    Ein leeres Canvas mit Start- und Endknoten und dem Prozessnamen in der Seitenleiste.
    Typischer Fehler
    Grenzen zu weit ziehen. „Vom Erstkontakt bis zum Zahlungseingang“ sind vier Prozesse. Modellieren Sie den einen, bei dem Sie den Verdacht haben.
    AUSLÖSERERGEBNISnoch leer
    Stufe 1 — nur Auslöser und Ergebnis stehen fest
  2. 02Schritt 2 · Lay bare

    Den Ablauf klicken, nicht beschreiben

    Setzen Sie die Schritte in der Reihenfolge, in der der Fall tatsächlich läuft, nicht in der Reihenfolge, in der er laufen sollte. Entscheidungen, Rückschleifen und Drop-offs sind eigene Bausteine.

    Was Sie tun
    1. 01Schritte, Entscheidungen, Teilprozesse und Drop-offs per Klick setzen.
    2. 02Rückschleifen einzeichnen: Jede Nacharbeit ist ein Pfad, kein Kommentar.
    3. 03Bei mehr als 15 Schritten zusammenfassen. Detailtiefe ist kein Qualitätsmerkmal.
    Was Sie sehen
    Den Ablauf als Kette von Bausteinen, mit der Live-Vorschau daneben.
    Typischer Fehler
    Den Soll-Prozess modellieren. Wenn in der Realität jeder dritte Auftrag zurückgeht, gehört dieser Pfad ins Modell. Sonst simulieren Sie eine Firma, die es nicht gibt.
    Rücklauf
    Stufe 2 — der Ablauf, samt Rücklauf
    FlowVisual, Ansicht Modell: ein Prozess aus Bausteinen, Bearbeitungszeiten als Spanne von 8 bis 20 Minuten statt als Schätzwert
    Abb. 2Den Ablauf klicken, nicht beschreiben
  3. 03Schritt 3 · Lay bare

    Zeiten als Spanne eintragen

    Jeder Schritt bekommt eine Bearbeitungszeit als Spanne und, wo es sie gibt, eine Liegezeit davor. Zwei Zahlen statt einer: schnellster Fall, schlimmster Fall.

    Was Sie tun
    1. 01Bearbeitungszeit von–bis eintragen, nicht den Mittelwert.
    2. 02Liegezeit separat erfassen, also die Zeit, in der niemand arbeitet.
    3. 03Fehler- und Nacharbeitsquoten an den Entscheidungen hinterlegen.
    Was Sie sehen
    Die Bausteine tragen Zeitspannen; die Vorschau zeigt eine erste Durchlaufzeit.
    Typischer Fehler
    Liegezeit vergessen. In den meisten Büroprozessen liegt der Fall länger herum, als jemand daran arbeitet. Wer nur Bearbeitungszeit einträgt, optimiert die falsche Hälfte.
    min — max
    Stufe 3 — je Schritt eine Spanne statt eines Werts
  4. 04Schritt 4 · Lay bare

    Rollen und Kapazitäten zuordnen

    Jeder Schritt braucht eine Rolle, jede Rolle eine echte Kapazität. Nicht Kopfzahl, sondern Stunden, die tatsächlich in diesem Prozess landen.

    Was Sie tun
    1. 01Rolle je Schritt zuweisen. Personen nur dort, wo eine einzige Person der Flaschenhals ist.
    2. 02Netto-Kapazität je Rolle eintragen: Stunden pro Tag an diesem Prozess.
    3. 03Kostensatz je Rolle hinterlegen, damit am Ende Euro herauskommen.
    Was Sie sehen
    Die Fachbereichs-Linse färbt die Auslastung je Rolle: locker unter 85 %, eng bis 100 %, darüber überlastet. Rot heißt genau das und sonst nichts.
    Typischer Fehler
    Mit 8 Stunden pro Tag rechnen. Realistisch sind vier bis sechs. Zu hohe Kapazität lässt jeden Engpass verschwinden. Die Simulation meldet dann Entwarnung, wo keine ist.
    ROLLE A52 %ROLLE B118 %ROLLE C74 %85 %
    Stufe 4 — Rollen und ihre Auslastung
    FlowVisual, Ansicht Fachbereich: Last je Rolle eingefärbt, der überlastete Schritt rot
    Abb. 4Rollen und Kapazitäten zuordnen
  5. 05Schritt 5 · Fit

    Systeme und Medienbrüche markieren

    Hinterlegen Sie je Schritt das System, in dem gearbeitet wird. Überall, wo Daten von einem System ins nächste abgetippt werden, entsteht ein Medienbruch und damit Zeit, Fehler und Nacharbeit.

    Was Sie tun
    1. 01System je Schritt eintragen: ERP, CRM, Excel, Postfach, Papier.
    2. 02Übergänge prüfen: Wo wechselt das System? Dort steht der Medienbruch.
    3. 03Nacharbeitsquote an den Bruchstellen realistisch schätzen.
    Was Sie sehen
    Die IT-Linse zeigt die Last je System und die Stellen, an denen von Hand übertragen wird. Was das Schließen eines Bruchs wert wäre, rechnet später die Optionsliste in Euro pro Jahr aus.
    Typischer Fehler
    Excel und Postfach nicht als System zählen. Genau dort liegen die teuersten Bruchstellen, nicht im ERP.
    CRMMAILXLSMAILCRM3 Medienbrüche
    Stufe 5 — Systeme, und wo abgetippt wird
    FlowVisual, Ansicht IT: welche Systeme ein Schritt berührt und wo ein Medienbruch beginnt
    Abb. 5Systeme und Medienbrüche markieren
  6. 06Schritt 6 · Observe

    Stresstest starten und den Engpass lesen

    Jetzt rechnet FlowVisual ein paar hundert zufällige Arbeitstage durch, jeden mit anderen Werten aus Ihren Spannen. Erst hier entsteht der Engpass — aus Last, nicht aus Meinung.

    Was Sie tun
    1. 01Stresstest starten und die Lastbasis wählen: ruhiger Tag (P10), Ø-Tag oder starker Tag (P90).
    2. 02Den engsten Schritt öffnen: Last am starken Tag, Anteil der Tage über Kapazität, verbleibende Reserve („trägt +20 % Volumen“).
    3. 03Zykluszeit notieren: typischer Tag (P50), schlechter Tag (P90) und der Extremtag dahinter (Ø der schlimmsten 5 %).
    Was Sie sehen
    Wo es jetzt klemmt, die Verteilung der Zykluszeit und den Durchsatz — je Lastbasis eigene Zahlen.
    Typischer Fehler
    Nur den Ø-Tag lesen. Prozesse brechen nicht im Mittel, sie brechen am starken Tag. Die Reserve sagt Ihnen, wie weit es bis dahin ist.
    Engpass-WahrscheinlichkeitP50P90
    Stufe 6 — der Engpass und die Verteilung
    FlowVisual, Stresstest über 400 Durchläufe: der Engpass steht mit 141 Prozent Last am starken Tag oben, daneben Zykluszeit als P50 und P90 und die Fragilitätskurve
    Abb. 6Stresstest starten und den Engpass lesen
  7. 07Schritt 7 · Weigh & Yield

    Eingriff simulieren, Vorher-Nachher exportieren

    FlowVisual leitet aus dem Stresstest selbst Optionen ab und stellt sie in eine Rangfolge. Sie prüfen sie, ergänzen bei Bedarf eine eigene Variante — und jede wird vollständig neu simuliert, nicht hochgerechnet.

    Was Sie tun
    1. 01Vorgeschlagene Optionen lesen (Medienbruch schließen, Automatisieren, Besetzung ändern) oder eine eigene Variante anlegen.
    2. 02Differenz je Variante ablesen: Zykluszeit, Durchsatz, Euro pro Jahr — mit Spanne P10–P90 aus denselben Durchläufen.
    3. 03Angebot als PDF exportieren; Dokumentation als PDF oder Word, die Daten als JSON.
    Was Sie sehen
    Zwei Läufe nebeneinander und eine Empfehlung mit Rangfolge — samt der ehrlichen Zeile, welche Option sich nicht lohnt.
    Typischer Fehler
    Drei Eingriffe gleichzeitig ändern. Dann wissen Sie am Ende, dass es besser wurde, aber nicht, wovon. Eine Änderung, ein Lauf.
    VORHER11,2 TNACHHER5,8 TDifferenz = der Geschäftsfall
    Stufe 7 — Vorher, Nachher, Differenz
05Auswertung

Die Ergebnisse lesen

Vier Zahlen entscheiden. Jede beantwortet eine andere Frage, und jede hat eine Grenze, ab der sie eine Handlung auslöst.

Warum eine Spanne und keine Zahl

Bevor Sie die vier Kennzahlen lesen, eine Vorführung dessen, was der Stresstest überhaupt tut: derselbe Prozess, hunderte Male, jedes Mal mit anderen Werten aus Ihren Spannen. Rechts entsteht daraus die Verteilung, aus der P50 und P90 stammen.

Wie eine Simulation funktioniert
000/500 Läufe

Ihr Engpass ist keine Eigenschaft des Prozesses. Er ist eine Eigenschaft der Lage.

Dieselben fünf Schritte, vier Lagen. Ein Lauf zieht pro Schritt eine Dauer — ein möglicher Tag. Fünfhundert Läufe ergeben eine Verteilung. Wechseln Sie die Lage und sehen Sie zu, wie der Engpass wandert.

Lage

Ein gewöhnlicher Monat. Nichts Besonderes passiert — und genau darauf ist jeder Prozess ausgelegt.

Letzter Lauf
  • Auftrag erfassen
  • Technische Prüfung
  • Material / Lieferant
  • Freigabe
  • Versand
Gesamtdauer über 500 Läufe
Mittelwerte addiert
Mittelwerte addiert

3 h 03 min

Die Zahl, die jeder ausrechnet.

Tatsächlich im Median

In 1 von 10 Fällen

An dieser Lücke platzen Termine.

Welcher Schritt hat gebremst?
  • Auftrag erfassen
    0 %
  • Technische Prüfung
    0 %
  • Material / Lieferant
    0 %
  • Freigabe
    0 %
  • Versand
    0 %
KennzahlWas sie sagtWas Sie damit tun
Last am starken Tag (P90)Wie voll ein Schritt an einem starken Tag ist — dem, der jeden zehnten Arbeitstag vorkommt.Der oberste Schritt ist der einzige, an dem sich ein Eingriff lohnt. Alles darunter verbessert etwas, das ohnehin wartet.
Zykluszeit P50 · P90 · ExtremtagP50 ist der typische Tag, P90 der schlechte, der Extremtag der Durchschnitt der schlimmsten fünf Prozent. Der Abstand dazwischen ist das Maß für Unberechenbarkeit.Eine breite Spanne ist ein eigenes Problem: Sie können nichts zusagen. Oft lohnt es mehr, die Spanne zu verengen, als den Mittelwert zu senken.
Auslastung je RolleWie viel Prozent der verfügbaren Zeit eine Rolle im Prozess gebunden ist.Ab etwa 85 Prozent steigt die Wartezeit überproportional. Rollen darüber sind Kandidaten für Umverteilung, nicht automatisch für eine neue Stelle.
Wert je Option, in Euro pro JahrWas eine einzelne Maßnahme im Jahr einspart, gerechnet aus denselben Durchläufen — wahlweise auf Basis geleisteter Arbeit oder besetzter Stellen.Gegen die Kosten der Lösung halten. Liegt der Betrag darunter, ist Nichtstun das richtige Ergebnis. Auch das ist ein Ergebnis.

Eine Zahl ohne Spanne ist geraten. Wenn ein Ergebnis als einzelner Punktwert daherkommt, fehlt die Angabe, wie sicher er ist. Genau die entscheidet, ob Sie darauf ein Budget stellen können.

06Einordnung

Warum nicht Excel, Visio oder eine BPM-Suite

Die vier verbreiteten Kategorien sind nicht schlechter. Sie beantworten eine andere Frage. Wer die falsche Kategorie wählt, bekommt ein sauberes Ergebnis auf die Frage, die er nicht gestellt hat.

KategorieBeantwortetAufwandGrenze
ZeichenwerkzeugWie sieht der Ablauf aus?StundenDas Bild rechnet nicht. Ein Diagramm zeigt die Reihenfolge, nie die Last.
TabellenkalkulationWas kostet der Prozess im Mittel?Stunden bis TageAddiert Mittelwerte. Warteschlangen entstehen aber aus Schwankung. Die Tabelle rechnet sie systematisch weg.
BPM-SuiteWie ist der Prozess dokumentiert und freigegeben?Wochen, plus NotationGebaut für Governance und Ausführung. Die Investitionsfrage steht dort nicht im Mittelpunkt.
SimulationslaborWie verhält sich ein komplexes System im Detail?Wochen, plus FachwissenMächtig und teuer. Für eine einzelne Investitionsentscheidung im Mittelstand überdimensioniert.
FlowVisualWo ist der Engpass, und was wäre ein Eingriff dort wert?45 MinutenBewusst schmal: keine Notation, keine Ausführung, kein Governance-Werkzeug.

Der Unterschied ist nicht der Funktionsumfang, sondern die Frage. Ein Diagramm dokumentiert, eine Tabelle addiert, eine Suite verwaltet. FlowVisual rechnet Schwankung, und Schwankung ist der Grund, warum Prozesse klemmen.

07Grenzen

Was FlowVisual nicht kann

Vier Grenzen, die Sie vor dem ersten Lauf kennen sollten. Ein Werkzeug, das seine Grenzen verschweigt, produziert Zahlen, die im ersten kritischen Gespräch auseinanderfallen.

01

Es misst nicht selbst

FlowVisual liest keine Daten aus Ihren Systemen. Die Eingaben kommen von Ihnen. Das Ergebnis ist so gut wie die Spannen, die Sie eintragen. Ehrliche Spannen sind deshalb besser als präzise Wunschzahlen.

02

Es führt nichts aus

Kein Workflow-Start, keine Schnittstelle, kein Schreiben in ERP oder CRM. FlowVisual endet bei der Entscheidung; die Umsetzung passiert woanders.

03

Es ersetzt das Gespräch nicht

Die Rückschleifen, die den Prozess wirklich teuer machen, kennen die Leute, die ihn täglich machen. Modellieren Sie mit ihnen, nicht über sie hinweg.

04

Es liefert keine Gewissheit

Eine Simulation liefert Wahrscheinlichkeiten, keine Zusagen. P90 heißt: neun von zehn Fällen darunter, nicht alle.

08Fehler

Die fünf häufigsten Fehler

Jeder davon macht das Ergebnis nicht ungenauer, sondern falsch, und zwar in eine bestimmte Richtung.

  1. 01

    Den Engpass vorher festlegen

    Problem

    Wer schon weiß, wo es klemmt, modelliert unbewusst darauf hin. Der Lauf bestätigt dann die Vermutung. Ein Zirkelschluss.

    Besser

    Verdacht aufschreiben, wegdrehen, ergebnisoffen modellieren. Danach vergleichen. Weicht beides voneinander ab, ist genau das der Erkenntnisgewinn.

  2. 02

    Mittelwerte statt Spannen eintragen

    Problem

    Mittelwerte erzeugen einen Prozess ohne Warteschlangen. Genau die Schwankung, die den Stau verursacht, wird herausgerechnet.

    Besser

    Immer von–bis. Wenn Sie nur einen Wert kennen: minus 40 Prozent, plus 80 Prozent. Das ist näher an der Realität als der Punktwert.

  3. 03

    Zu fein modellieren

    Problem

    Vierzig Schritte kosten zwei Stunden Modellierarbeit und verbessern das Ergebnis nicht. Der Engpass sitzt selten in der Feingliederung.

    Besser

    Zehn bis fünfzehn Schritte. Erst verdichten, dann verfeinern, und nur dort, wo der Stresstest hinzeigt.

  4. 04

    Liegezeit ignorieren

    Problem

    Nur Bearbeitungszeit zu erfassen halbiert die Durchlaufzeit auf dem Papier und verschiebt den Engpass an die falsche Stelle.

    Besser

    Wartezeiten zwischen den Schritten mit erfassen, auch grob. Ein Tag Liegezeit wiegt schwerer als zehn Minuten Bearbeitung.

  5. 05

    Ersparnis in Vollzeitstellen umrechnen

    Problem

    Vier eingesparte Stunden pro Woche sind keine halbe Stelle. Sie sind vier Stunden, die anders genutzt werden. Die Kosten bleiben.

    Besser

    Ersparnis in Zeit und Durchsatz ausweisen und getrennt entscheiden, ob daraus je eine Kostensenkung wird.

Download

Die Anleitung am eigenen Prozess durchspielen

Version 1.2. Modellieren, Speichern und PDF-Export sind kostenlos — alles auf dieser Seite läuft ohne Lizenz. Pro entfernt das Wasserzeichen und bringt den eigenen Briefkopf.

FAQ

Häufige Fragen zur Anwendung

Für den ersten Prozess rechnen Sie mit 45 Minuten: rund 30 Minuten Modellieren, der Rest Stresstest und Auswertung. Jeder weitere Prozess geht in etwa 15 Minuten, weil Rollen, Kostensätze und Systeme dann schon hinterlegt sind.

Nein. FlowVisual rechnet mit Spannen. Eine ehrliche Schätzung von 10 bis 40 Minuten liefert ein belastbareres Ergebnis als ein exakt wirkender Mittelwert von 22,5 Minuten, weil die Spanne die Schwankung mitnimmt, die den Stau verursacht.

Der Prozess wird hunderte Male durchgerechnet, und bei jedem Durchlauf wird für jeden Schritt eine zufällige Zeit aus Ihrer Spanne gezogen. Am Ende sehen Sie nicht ein Ergebnis, sondern die Verteilung aller plausiblen Ergebnisse.

Weil Prozesse nicht im Durchschnitt scheitern, sondern in der Spitze. P10 ist der gute Tag, P90 der schlechte. Der Abstand dazwischen sagt Ihnen, ob Sie einem Kunden einen Termin zusagen können. Der Mittelwert sagt das nie.

Nein, und das ist Absicht. Sie klicken Schritte, Entscheidungen, Drop-offs und Teilprozesse zusammen. FlowVisual dient dem Messen, nicht dem normgerechten Dokumentieren. Dafür gibt es BPMN-Werkzeuge.

Ja. Die App läuft lokal auf macOS und Windows, ohne Konto und ohne Cloud. Ihre Prozessdateien bleiben auf Ihrem Laufwerk. Das ist relevant, wenn Mengen, Kostensätze und Personalausstattung im Modell stehen.

Modellieren, Speichern und die PDFs sind kostenlos; das PDF trägt dann ein Wasserzeichen und den Standardkopf. Pro entfernt beides und bringt eigenen Briefkopf, Word-Export und Team-Plätze — ab 199 € pro Jahr für einen Platz, 399 € für drei (Bruttopreise, Testphase im Checkout). Über den App Store läuft es als Jahresabo mit einer Gratiswoche.

Ja. Der PDF-Export enthält Modell, Annahmen, Vorher-Nachher und die Spannen. Wichtig für die Vorlage: Annahmen sichtbar lassen. Eine Zahl ohne ihre Annahme fällt bei der ersten kritischen Rückfrage auseinander.

Ja, dann fangen Sie bei Abschnitt 02 an. Die Aufnahme in FlowVisual ist für genau diesen Fall gebaut: Sie tippen im Termin eine Zeile je Schritt, Rolle und Dauer als Marker in derselben Zeile, und die Kette verdrahtet sich selbst. Alternativ starten Sie aus einer der sechs Vorlagen oder lassen vorhandene Verfahrensanweisungen einlesen — jeder Vorschlag daraus trägt ein wörtliches Zitat und wird einzeln angenommen. Am Ende steht ein Ablauf, den man rechnen kann. Was danach kommt, sind die sieben Schritte dieser Anleitung.

Lieber zu zweit durchgehen?

In 20 Minuten nehmen wir Ihren teuersten Prozess auf und lassen den Stresstest gemeinsam laufen, live, mit Ihren Zahlen.

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